Anika Leimbrink

Wirtschaftsfaktor Wasserstoff: Landkreis Emsland setzt ein Zeichen

Das Emsland: Flächen­mäßig der größte Landkreis in Niedersachsen, dicht gelegen an der Grenze zu den Niederlanden und ein Vorreiter beim Thema Wasserstoff. Den Blick fest auf die Zukunft gerichtet hat sich der Landkreis Emsland zu einer Investition entschieden, die ein starkes Zeichen für den Wasserstoff­hochlauf setzt: Insgesamt 13 Anbindungen an das Wasserstoff­kernnetz, genauer gesagt an den Nordsee-Ruhr-Link III, hat sich das Emsland gesichert.

Ein Engagement, was eine entsprechende Würdigung verdient. Ende Februar richtete der Landkreis Emsland zusammen mit OGE als Vertragspartner eine Veranstaltung aus, um diese Entscheidung mit einer feierlichen Vertrags­unterzeichnung im Beisein von Gästen aus Politik, Gesellschaft und Medien zu besiegeln. Der Einladung in den Hauptsitz des Landkreises Emsland nach Meppen war auch, wenn auch aufgrund von Termin­kollisionen nur digital, der Wirtschafts­minister des Landes Niedersachsen, Grant Hendrik Tonne, gefolgt. Er hielt neben Landrat Marc-André Burgdorf und Detlef Brüggemeyer als Vertreter der Geschäfts­führung von OGE eine Keynote. In dieser hob er das Engagement des Landkreises Emsland hervor, insbesondere mit dem Blick auf die Versorgungs­sicherheit von Deutschland. Das Emsland positioniere sich als zentraler Wasserstoff-Knoten Deutschlands und treibe mit großen Industrie- und Infrastruktur­projekten aktiv die Energiewende voran. Mit hohen Investitionen in Elektrolyseure, Pipelines und innovative Anwendungen entstehe hier eine Schlüsselregion für erneuerbaren Wasserstoff. So wird die Versorgungs­sicherheit Deutschlands gestärkt und der Aufbau eines nationalen Wasserstoff­netzes entscheidend vorangebracht: Das ist Voraussetzung für die Dekarbonisierung der deutschen Industrie, betonte der niedersächsische Wirtschaftsminister.

Dass der Landkreis diese Investitions­entscheidung getroffen hat, ist nicht zuletzt OGE zu verdanken. Schließlich bringt OGE mit der Planung, dem Bau und dem späteren Betrieb von Wasserstoff­leitungen wie dem Nordsee-Ruhr-Link III die Verlässlichkeit, die es für solche Investitionen bedarf. Durch das Wasserstoff­kernnetz, welches OGE gemeinsam mit anderen Gasnetz­betreibern Stück für Stück realisiert, entsteht die Lebensader einer zukünftigen Wasserstoff­infrastruktur für Deutschland. Detlef Brüggemeyer nutzte in seiner Keynote das Bild einer Band, der Wasserstoff­band, in der OGE als Infrastruktur­betreiber der Taktgeber sei und die Voraussetzung für ein harmonisches Ganzes setze. Aber eine gute Band brauche mehr Akteure: Umgesetzt auf den Wasserstoff­hochlauf sind das die Produzenten, Abnehmer, Händler, Infrastruktur­betreiber und auch die Politik als Unterstützer und Rahmensetzer. Während OGE vorangeht, die Verlässlichkeit für Investitionen schafft, müssen die anderen Band­mitglieder noch ihre Rollen einnehmen oder vielmehr festigen. Dabei bedarf es, so Detlef Brüggemeyer, eines langen Atems, Durchhalte­vermögen und den Willen dranzubleiben. Der Landkreis Emsland geht diesen Weg in die Wasserstoff­zukunft und nimmt hierbei eine Vorreiter­rolle ein.

s Team von OGE mit Nick Schulz, Elmar Scholl, Michael Stroetmann, Anika Leimbrink, Selina Breilmann und Detlef Brüggemeyer

Freuen sich über die Anbindung des Landkreises Emsland an die Wasserstoffleitung Nordsee-Ruhr-Link III: Das Team von OGE mit (v. l.) Nick Schulz, Elmar Scholl, Michael Stroetmann, Anika Leimbrink, Selina Breilmann und Detlef Brüggemeyer

Zum Hintergrund: Der Landkreis Emsland hat sich insgesamt 13 Anbindungen an den Nordsee-Ruhr-Link III gesichert, der auf ca. 122 km von Bunde bis ins nordrhein-westfälische Wettringen verläuft. Den größten Teil dieser ca. 122 km Leitungslänge verlegt OGE im Emsland. Für den Landkreis Emsland entstand so die Chance, sich an das Wasserstoff­kernnetz anzuschließen. Über eine Clusterbildung aus Kommunen und regionaler Wirtschaft haben die Sensibilisierung, der Austausch und die Vernetzung sowie die schluss­endliche Ermittlung von Wasserstoff­potenzialen begonnen. Das Resultat sind Anbindungen an den Nordsee-Ruhr-Link III, die der Landkreis bewusst in Vorleistung geplant, abgestimmt und hierfür die Finanzierung in enger Abstimmung mit den Gemeinden vorbereitet hat. 11 Anbindungen gehen an den Landkreis Emsland, jeweils eine weitere an die EWE NETZ in Dörpen und an die Stadtwerke Schüttorf-Emsbüren. Der Nordsee-Ruhr-Link III befindet sich derzeit im Planfeststellungs­verfahren und soll noch in diesem Jahr in die Bauphase wechseln. Das Kernnetz gibt für den Nordsee-Ruhr-Link III 2027 als Jahr für die Inbetriebnahme an.

Offizielle Unterzeichnung der Anbindung des Landkreises Emsland an den Nordsee-Ruhr-Link III mit Vertretern aus der Kommunalpolitik und Unternehmen.

Offizielle Unterzeichnung der Anbindung des Landkreises Emsland an den Nordsee-Ruhr-Link III mit Vertretern aus der Kommunalpolitik und Unternehmen.